Schleifmittel und ihre Verwendung

Alte Farbanstriche von Möbeln entfernen, Metall trennen, Kanten brechen, abgenutzte Holzfußböden renovieren, Schweißnähte schruppen und schlichten, Verkrustungen entfernen – die Arbeit mit Schleifmitteln ist eine der häufigsten in der heimischen Werkstatt. Aber neben Schleifpapier (auch Schmirgelpapier und Sandpapier genannt) mit unterschiedlichen Kornarten und Korngrößen gibt es noch weitere Schleifmittel – etwa Trennscheiben, Schruppscheiben oder Drahtbürsten – mit denen Werkstücke entsprechend bearbeitet werden können. Und auch das richtige Zubehör (harte Schleifklötze aus Kork oder Gummi, flexible Schleifschwämme, etc.), die Schleifart (per Hand oder maschinell) und der Schleifdruck haben erheblichen Einfluss auf das Ergebnis.

Beachten Sie: Aus Gesundheitsgründen sollte Sie die feinen Schleifstäube nicht einatmen. Diese können schwere Gesundheitsprobleme auslösen. Arbeiten Sie deshalb unbedingt mit Schleifmaschinen, die über eine integrierte Absaugung verfügen, und tragen Sie bitte unbedingt eine Staubschutzmaske für Mund und Nase.

1. Schleifmittel – Aufbau, Kornarten und Korngrößen

Auch wenn es die verschiedensten Arten von Schleifmitteln gibt, bestehen sie in der Regel alle aus einer Unterlage (oder Trägermaterial genannt), einem Grundbinder, dem Schleifkorn und einem Deckbinder. Die Qualität und Beschaffenheit des Trägermaterials, des verwendeten Kornes, dessen Streuart und des Binders ist entscheidend für die Beanspruchbarkeit und Standzeit des Schleifpapieres und letztendlich für die Oberflächengüte des bearbeiteten Materials.

Papier ist die gebräuchlichste Unterlage, vor allem für den Handschliff. Je steifer und fester das Papier, kommt es aber auch bei Exzenter-, Schwing- oder Bandschleifern zum Einsatz. Papiere werden als Blätter oder zugeschnitten (z. B. Rollen- oder Streifenform) für die Verwendung in Maschinen angeboten. Die Blätter können auf jede gewünschte Größe zugeschnitten, gerissen oder gefaltet werden. Ist die Rückseite latexbeschichtet, sind die Papiere zudem wasserfest und für den Nassschliff (für besonders schöne und feine Oberflächen oder für eine Kühlung des Materials bei zu viel Reibungswärme) einsetzbar. Für elektrisch betriebene Handschleifmaschinen gibt es auch besonders stabile Unterlagen auf Gewebebasis (z. B. Polyester, Baumwolle, etc.), die wesentlich reißfester sind. Wer Wölbungen oder Vertiefungen schleifen muss, ist allerdings mit Schleifschwämmen oder Schleifvliesen besser bedient: Die flexiblen Körper passen sich problemlos der zu bearbeitenden Oberfläche an.

Beachten Sie: Der Grundbinder und der Deckbinder sorgen zum einen dafür, dass das Schleifkorn auf dem Trägermaterial hält und zum anderen die Körner untereinander verbindet.

Welche Schleifkornmaterialien kommen nun zum Einsatz? Im Gegensatz zu früher, wo Schmirgel, Granat, Flint oder Quarz auf Papier aufgebracht wurden, sind als natürliche Schleifkörner heute Korund, aber vor allem künstlich hergestellte Schleifkörner handelsüblich – etwa synthetische Korunde, die je nach ihrem Aluminiumoxidgehalt verschiedene Härten besitzen (z. B. weißer oder rosa Edelkorund, heller Halbedelkorund und brauner Normalkorund), Siliziumkarbid (SIC), Bornitrid (CBN) oder künstliche Diamanten. Schleifpapiere mit Korund sind die Universalschleifpapiere für die Holzbearbeitung, für weiche Materialien oder aber für kleinere Metallflächen. Mit Siliziumkarbid lassen sich NE-Metalle, rostfreie Stähle, keramische und mineralische Werkstoffe, harte und kurzspanige Hölzer, Glas, Porzellan und Kunststein gut bearbeiten.

Beachten Sie: Für besondere Aufgaben geeignet sind Schleifscheiben mit Bornitrid und solche mit Edelsteinen (Diamant). Mit diesen sogenannten CBN- oder Diamant-Schleifscheiben können problemlos zähharte Stähle wie HSS-Stahl, Warm- und Kaltarbeitsstahl sowie Hartmetall, Glas, Keramik, Porzellan, Beton oder Gestein getrennt und bearbeitet werden.

Je höher die Kennzahl der Körnung, umso feiner ist das Schleifmittel! Der Körnungsgrad steht immer auf der Rückseite des Schleifmittels (bei einigen steht auch die Materialeignung auf der Rückseite): Eine grobe Körnung (Kennzahl 80 und weniger) sorgt für hohen Materialabtrag und hinterlässt eine gröbere Oberfläche (z. B. entfernen von Leimresten, altem Lack und Anstrichen oder als grober Vorschliff von Vollholz). Mit Papier der mittleren Körnung (Kennzahl 80-150) schleifen Sie gehobelte und furnierte Flächen vor oder machen einen Zwischenschliff. Ebenfalls für den Zwischenschliff oder den Feinschliff von Holz, das Schleifen von Spachtelmassen und Grundierungen, Lacken und Kunststoffen verwenden Sie die feine Körnung (Kennzahl 150-240). Für den Feinschliff bei lackierten Oberflächen und zum Polierschleifen von Metallen oder von stumpfen Lacken ist eine sehr feine Körnung von 220 und darüber richtig.

In der Praxis bedeutet all das, dass Sie regelmäßig mindestens mit drei verschiedenen Körnungen nacheinander arbeiten sollten. Beispiel Tür: der Grobschliff zum Entfernen des alten Lacks mit 40er-Papier, ein Mittelschliff mit 80er- oder 100er-Papier, um die Holzmaserung herauszuarbeiten, das Finish dann mit 180er-Körnung.

Beachten Sie: Gelegentlich werden auch Buchstaben den Zahlen vorangestellt. Sie stehen für die Härte des Schleifkornes: A bis K = weiche Körnung, I bis O = mittlere Körnung und P bis Z = harte Körnung.

Ebenso entscheidend wie die Feinheit der Körnung ist deren Streuung auf der Unterlage. Damit ist die Verteilung der Schleifkörner auf dem Träger gemeint, und zwar je nachdem ob die Körner sehr dicht beieinander liegen (geschlossene Streuung), weniger dicht (halb offene Streuung) oder die einzelnen Körner weiter auseinander liegen (offene Streuung). Für die praktische Arbeit mit dem Schleifmittel bedeutet das: Je dichter die Streuung, desto eher setzen sich die Abstände zwischen den Körnern mit Schleifstaub zu. So ist beispielsweise die offene Streuung für harz- und ölhaltige, weiche Hölzer und beim Abschleifen von Farbe und Lacken besser geeignet. Die geschlossene Streuung wiederum für dichte, feinporige Hölzer und Holzwerkstoffe sowie Kunstharzwerkstoffe.

2. Holz schleifen

Holzoberflächen müssen aus unterschiedlichen Gründen geschliffen werden und sind die wohl häufigsten Tätigkeiten in der heimischen Werkstatt: Alte Farbanstriche oder Leimreste entfernen, raue Stellen und Unebenheiten glätten oder als Vorbereitung für anschließende Oberflächenbearbeitungen (z. B. lackieren, lasieren, etc.). Kleinere Flächen sowie Ecken und Kanten schleifen Sie am besten per Hand mit einem Schleifpapier sowie einem Schleifklotz (oder flexibel mit einem Schleifschwamm) und in mehreren Schleifgängen mit immer feinerer Körnung. Arbeiten Sie dabei immer in Richtung der Maserung (zum Abtragen von Holz- oder Lackschichten zunächst quer zur Maserung), mit nur leichtem Druck und entfernen zwischendurch immer wieder den Schleifstaub.

Beachten Sie: Schleifen Sie Harthölzer (z. B. Eiche, Lärche) grundsätzlich mit feinerem Schleifpapier als Weichhölzer (z. B. Kiefer, Fichte), da Schleifspuren auf harten Hölzern besser sichtbar sind. Gleiches gilt für feinporige Hölzer (z. B. Buche, Ahorn).

Was Sie außerdem beim Schleifen per Hand und der anschließenden Oberflächenbehandlung von Holz beachten müssen, erfahren Sie in folgendem Ratgeber:

Manchmal reicht die manuelle Kraft aber nicht aus – etwa wer große Flächen zu bearbeiten hat oder dicke Lackschichten entfernen muss. Je nach Werkstück arbeiten Sie dann mit einem Exzenterschleifer, Bandschleifer, Schwingschleifer oder Deltaschleifer. Welche Schleifmaschinen Sie wählen, hängt vom Einsatzbereich und von der gewünschten Abtragsleistung ab. Achten Sie beim Maschinenschliff auf die passende Größe des Schleifpapiers und darauf, dass die Lochung für die Absaugung auch tatsächlich auf die Maschine passt. Das Schleifpapier selbst wird meist per Klettverbindung in Position gebracht; alternativ eingeklemmt (z. B. Schwingschleifer) oder eingespannt (Bandschleifer).

Beachten Sie: Beim Arbeiten mit Schleifmaschinen müssen Sie keinen Druck ausüben! Das Eigengewicht der Maschinen genügt meist! Und wie auch beim Schliff per Hand gilt auch für die Körnung der Papiers bei Maschinen: von grob zu fein.

Wie Sie einen alten Dielenfußboden mit Walzenschleifer und Tellerschleifer aufarbeiten und eine Übersicht einiger Schleifmaschinen, lesen Sie in folgenden Ratgebern:

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3. Metall, Beton und Steine bearbeiten

Auch Metall muss „geschliffen“ werden – zum Beispiel um Rost von Oberflächen oder Schlacke von Schweißnähten zu entfernen, um scharfe Kanten zu entgraten, um Metallrohre abzulängen oder als Vorbereitung für einen anschließenden Lackauftrag. Auch diese Arbeiten lassen sich entweder per Hand (z. B. entgraten scharfer Kanten) oder mit elektrisch angetriebenen Handmaschinen bewerkstelligen. Mit Topf-Drahtbürsten und einem Winkelschleifer bearbeiten Sie beispielsweise großflächig angerostete Metallteile oder entfernen alte Lackschichten. Der Winkelschleifer mit Schruppscheibe ist ideal zum Trennen von mittleren Profilen oder zum Schruppen (Materialabtrag) vor dem Schweißen.

Mehr zum Thema Metallbearbeitung, erfahren Sie in folgenden Ratgebern:

Massive Metallwerkstücke müssen durchtrennt oder geschliffen werden, Terrassenplatten müssen gekürzt oder Mauersteine zugeschnitten werden. Das geht am schnellsten und einfachsten mit einem Winkelschleifer (auch Trennschleifer oder Flex genannt). Hierfür stehen spezielle Scheiben zur Verfügung: Schruppscheibe (z. B. schleifen und brechen von Kanten von Stein oder Metall), Fiberscheibe (für Metall und Edelstahloberflächen optimal), Fächerscheibe (für den Flächenschliff geeignet und je nach Körnung für Metall, Stein oder Holz verwendbar), Trennscheibe (Edelkorund zum Trennen von Metallen, Siliziumkarbid zum Trennen von Stein) oder (Industrie-)Diamant-Trennscheibe (z. B. für Stein, Beton, Fliesen). Spezielle Scheiben wie die Rotoraspel sind weitere Schleifscheiben für Winkelschleifer. Sie eignen sich zum Abschleifen von weichen Materialien wie beispielsweise Gips, Polycarbonat, Plastik, Gummi und Kunststoff. Auch lassen sich Winkelschleifer mit einem speziellen Teller und mit Papierscheiben ausrüsten.

Klingen schleifen

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Größere und gröbere Schneiden bei Gartengeräten (z. B. Rasenmähermesser) können Sie mit einer Doppelbock-Schleifmaschine nachschleifen. Kühlen Sie die Klinge während des Schleifvorgangs regelmäßig – das verhindert das Ausglühen.

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